Duckgrafik Techniken - Glossar - Wissenswertes von A – Z

Abzug
Das einzelne, gedruckte Blatt von einem Druckstock bezeichnet man als Abzug.
 
Abreibung
Manuelles Abreiben von Druckstockoberflächen. Abreibungen (Frottagen) können von jedem Gegenstand mit strukturierter Oberfläche gemacht werden
 
Algrafie
Aluminiumdruck, Flachdruckverfahren mit Alu-Platten und -Folien statt Litho-Steinen.
 
Aluminiumdruck
Siehe Algrafie.
 
Andruck
Probeabzug - er wird unmittelbar vor dem Auflagendruck genommen, um die Druckqualität zu prüfen (s.a. Probedruck).
 
A.P. (engl. Artist`s Proof)
Siehe Auflage.
 
Aquatinta

Die Aquatinta gehört zu den Tiefdruckverfahren und ist eine Variante der Radierung. Die Druckplatte wird mit Asphalt – oder Harzpulver bestäubt, die sich auf der Druckplatte absetzen, um anschließend durch Erhitzen eingeschmolzen zu werden. Im Säurebad wird die Platte rings um die Körner geätzt und erhält so ihre raue Oberfläche. Durch das Abdecken entstehen hellere Flächen, während die dunkleren durch das wiederholte Ätzen im Säurebad erzeugt werden.

Grafik links:
Consuelo Barbosa
o.T., 2009
Radierung und Aquatinta
 
Ätzung
Ein chemisches Verfahren, um mittels Säure Vertiefungen in einer Platte zu erzeugen (s.a. Tiefdruck).
 
Auflage (Limitierung)
Die gedruckte Menge aller Abzüge ist begrenzt (limitiert). Die Abzüge der Auflage werden mit der jeweiligen Blattnummer und der Auflagenhöhe durchnummeriert. 8/25 bezeichnet den 8. Abzug bei einer Auflage von 25 Exemplaren.
Hinzu kommen Probedrucke die vom Original abweichen können und Künstlerabzüge, die in der Regel 10-20% der Auflage umfassen. Probedrucke werden mit P.A., oder ggf. mit römischen Ziffern nummeriert. Künstlerabzüge werden mit E.A. (Epreuve d`Artiste - franz.), H.C. (Hors de Commerce - franz., nicht für den Handel ), oder A.P. ( Artist`s Proof - engl.) gekennzeichnet. Exemplare, die der Drucker erhält, werden oftmals mit dem Vermerk P.P. (engl. Printer's Proof) versehen. Die Höhe der Auflage hängt von den Entscheidungen des jeweiligen Künstlers und/oder des Verlegers ab. Eine wichtige limitierende Rolle in der Auflagenhöhe spielt jedoch die Abnutzung des Druckstocks.
 
Blindätzung
Die Blindätzung gehört zu den Tiefdruckverfahren und wird durch das unkontrollierte und gleichmäßige Einwirken der Säure auf die freiliegenden Teile der Metallplatte erzeugt.
 
Blinddruck
Siehe Prägedruck.
 
Büttenpapier
Büttenpapier ist ein mit einem Sieb aus der "Bütte", einem flachen, wannenförmigen Gefäß, geschöpftes Papier. Es besteht aus einem verdünnten Faserbrei aus Hadern oder Zellstoff und wird mit Hilfe eines Schöpfsiebes geschöpft. Nach der Trocknung zeigt das Büttenpapier seine typische "raue" Oberfläche, die in ihrer Ausprägung unterschiedliche Rauigkeitsgrade annehmen kann. Heute wird Büttenpapier vorwiegend industriell hergestellt.
 
Büttenrand
Charakteristischer, rauher und ungleichmäßiger Rand des Büttenpapiers.
 
Chalkographie
Alte Bezeichnung für Kupferstich.
 
Chine Collé
Gleichzeitiges Drucken und Aufkleben eines dünnen asiatischen Papiers (z.B. hergestellt aus den Fasern des Maulbeerbaums) auf ein Trägerpapier. Die für Chine Collé verwendeten Papiere sind dünn und weich, aber stark genug für den Druck.

Grafik rechts:
Stefanie Neumann
I've got a dream, 2013
Radierung und Chine Collé

Chromolithographie
Auch Farblithografie, s. Lithographie.
 
Crayon-Manier
Auch Kreidemanier genannt, ist eine Variante der Radierung. Mit speziellen Werkzeugen, die Spitzen und Kerben aufweisen wird die Linie nicht geschlossen sondern besteht aus vielen kleinen Punkten. Die Flächen werden perforiert und dann geätzt. Durch die Anordnung und Dichte der Perforation können im Druck verschiedene Tonwerte entstehen.
 
Decelithschnitt
Ein dem Linolschnitt verwandtes Verfahren mit Decelith, einem Kunststoff.
 
Drucker
Wenn der Künstler seine Auflage nicht selbst druckt, ist er auf die Arbeit eines Druckers angewiesen. Unter "Drucker" versteht man im Allgemeinen die Berufsbezeichnung eines Fachmanns im grafischen Bereich (Kupferdrucker, Flachdrucker/Lithograph etc.). Der Beruf erfordert hohe handwerkliche Fertigkeiten und künstlerisches Einfühlungsvermögen. Der Drucker ist oftmals wichtiger handwerklicher Berater des Künstlers.
 
Druckplatte
Siehe Druckstock.
 
Druckstock
Von dem Druckstock, Druckplatte oder auch Druckform genannt, wird mittels Farbe auf den Druckträger, meist Papier, gedruckt. Der Druckstock kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen (z.B. beim Holzdruck aus Holz oder bei der Lithografie aus Kalkstein).
 
Druckträger
Das Material, worauf gedruckt wird. z.B. Papier, Seide, Pappe, Bütten, Karton, Folie etc.
 
Durchdruck
Siehe Siebdruck.
 
Edition-Druckgrafik
Die Herausgabe von Druckgrafik (z.B. Mappenwerke) von Verlagen, Galerien, Gesellschaften, Sammlergemeinschaften usw.
 
E.A. (franz. Epreuve d`Artiste)
Siehe Auflage.
 
Engraving
engl. Bezeichnung für Druckgrafik (spez.: Kupferstich und Stahlstich).
 
Estampe
l'Estampe Originale, franz. Bez. für originale Druckgrafik.
 
Facette
Der schräggeschliffene Rand einer Radierplatte, der das Zerschneiden des Papiers und des Filzes beim Druck verhindert und sich als Blindprägung abdruckt.
 
Fadenzähler
Optisches Glas mit etwa 8-facher Vergrößerung zum Bestimmen der Drucktechnik, -qualität usw.
 
Farblithografie
Siehe Lithografie.
 
Fehldruck
Fehlerhafter Druck einer Auflage. Er wird in der Regel vom Künstler bei der Durchsicht der Drucke vernichtet.
 
Fotogravüre
Siehe Heliogravüre
 
Frottage
Siehe Abreibung.
 
Gipsschnitt
Hochdruck von einem aus Gips geschnittenen Druckstock
 
Glasdruck
Siehe Glasradierung.
 
Glasradierung
Die Glasradierung gehört zu den Tiefdruckverfahren und wird auch mit Glasdruck bezeichnet. Der Tiefdruck wird von der (meist geätzten) Glasplatte durchgeführt.
 
Gravur
Herstellung einer Druckplatte aus Metall, Stein, Kunststoff etc. durch Einritzen mittels Stichels, Graviernadel.
 
H.C. (Hors de Commerce)
Siehe Auflage.
 
Heliogravüre
Die Heliogravüre gehört zu den Tiefdruckverfahren. Sie ist ein fotomechanisches Druckverfahren mit dem sich echte Halbtöne darstellen lassen und stellt eine Weiterentwicklung des Aquatinta-Verfahrens dar. Zu dem Asphalt- oder Kolophoniumpulver kommt eine Gelantineschicht und ein Kaliumdichromatbad, welches die Platte lichtempfindlich macht. Belichtet wird mit einem original großen Halbton Diapositiv.
 
Hochdruck
Alle Verfahren bei denen die erhöhten Teile des Druckstockes mit Farbe eingestrichen werden und so auf dem Bildträger als Abdruck sichtbar werden. Typische Verfahren sind z.B.: Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt und Reliefdruck.
 
Holzschnitt
Der Holzschnitt gehört zu den Hochduckverfahren. Der Druckstock ist aus Holz. Die nicht zu druckenden Teile werden   mit Hohleisen oder scharfen Messern entfernt und anschließend die hochstehenden Elemente mit Farbe bestrichen und gedruckt.
 
Grafik links:
Roman Klonek
Over, 2009
Holzschnitt
 
Holzstich
Der Holzstich ist eine Variante des Holzschnitts. Das verwendete Holz wird quer zur Faser geschnitten. Es wird Hirnholz genannt und kann Stahl und Kupfer in seiner Härte übertreffen. So sind hohe Auflagen möglich. Die Holzplatte wird mit Sticheln bearbeitet mit denen man feine Linien und Schraffuren darstellen kann.
 
Kaltnadel
Die Kaltnadel gehört zu den Tiefdruckverfahren. Bei der Technik wird mit einer Stahlnadel auf die Metallplatte gezeichnet. Dabei wird in die Oberfläche gekratzt und es entstehen unterschiedlich hohe Grade, in denen sich die Farbe fängt. Im Druck bildet sich eine unscharfe, verschattete Linie.
 
Kleingrafik
Kleinformatige Grafik.



Kombinationsdruck
Zusammendruck verschiedener Druckformen/Druckträger (z.B. die Kombination von Hochdruck- und Tiefdrucktechniken).
 
Korn
Siehe Aquatinta.
 
Kreuzen
Durch das Kreuzen der Druckstöcke nach Fertigstellung der Auflage, werden diese für einen weiteren Druck/Nachdruck unbrauchbar gemacht.
 
Kupferstich
Der Kupferstich gehört zu den Tiefdruckverfahren. Beim Kupferstich werden mit dem Grabstichel die Linien der Zeichnung in das Metall gegraben, wobei Material (Späne) entfernt wird. Flächen werden mit dicht aneinander liegenden Linien erzeugt.
 
Lavierung
Unter Lavierung versteht man verlaufende Farbflächen. Die Farbe wird dabei in einer sehr dünnen Konsistenz aufgebracht. Dadurch erreicht man eine durchscheinende Farbfläche. Die Lavierung wird am häufigsten in der Lithografie angewendet.
 
Lichtdruck
Fotomechanisches Flachdruckverfahren zur Wiedergabe von Halbtönen ohne Raster. Der Lichtdruck wird bei der Reproduktion von Zeichnungen und Gemälden angewendet, da in keinem anderen Druckverfahren eine so originalnahe Wiedergabe möglich ist. Der Lichtdruck ist nur für geringe Auflagen geeignet.
Für die Druckformherstellung wird eine etwa 10 mm dicke, matt geätzte Spiegelglasplatte  mit einer lichtempfindlichen Emulsion (Chromatgelatine) beschichtet. Danach wird die Platte unter einem Negativ belichtet. Die Lichtmenge beim Belichten entscheidet dabei über die Härtung (wenig Licht = geringere Härtung).
Im Wasser quellen die einzelnen Teile der Schicht verschieden stark auf, wobei sie in gleichem Maß die fette Druckfarbe wiederum verschieden stark abstoßen. So kann auch der Kontrast des Lichtdrucks durch Befeuchtung gesteuert werden (stärkere Befeuchtung verringert, schwächere Befeuchtung steigert den Kontrast).
 
Lichter
In der Druckgrafik hellste Tonwerte eines positiven Bildes.
 
Limitierung
Begrenzung einer Auflage von Drucken desselben Druckstocks ein und desselben Zustandes.
 
Linolschnitt
Der Linolschnitt zählt zu den Hochdruckverfahren. Linoleum besteht aus einer Mischung von Leinöl, Harz und Kork, die auf Jutegewebe gepresst wird. Der Linolschnitt zeigt klare Flächen und glatte Umrisse und wird seit der Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts angewandt.

 
Grafik rechts:
Tomasz Paczewski
Wiersz IV, 1994
Linolschnitt
















Lithografie

Die Lithografie gehört zu den Flachdruckverfahren. Bei ihr wird als Druckstock ein kalkhaltiger Stein verwendet, der Fett und Wasser aufnehmen kann. Auf diesen Stein wird mit fetthaltiger Farbe gezeichnet. Danach wird der Stein mit einer Lösung aus Salpetersäure, Gummiarabikum und Wasser, geätzt. Die freien Stellen nehmen jetzt das Wasser auf. Der Stein wird beim Drucken feucht gehalten und nur die zuvor auf den Stein aufgebrachte Zeichnung nimmt die Druckfarbe an. Durch hohen Pressdruck wird die Zeichnung vom Stein auf das Papier übertragen.

Grafik links:
Tiemo Schröder
grau, umspült, 2001
Lithografie

Makulatur
Ausschuss.
 
Mappenwerk
Sammlung von grafischen Blättern in einer Mappe, zumeist einem Thema oder einem Anliegen oder dem Werk eines Künstlers gewidmet.
 
Mezzotinto
Gehört zu den Tiefdruckverfahren. Der Druckstock, in dem Fall die Metallplatte wird mit einem Wiegeeisen (Granier- oder Grabstahl) aufgeraut, um dann mit einem Polierstahl oder Schaber bearbeitet zu werden. Die Zeichnung wird vom Dunkeln ins Helle gearbeitet.

Grafik links:
Martina AltSchäfer

Presswerkbildern I (Nr.1), 1987
Mezzotinto und Kaltnadel

Mischtechnik
Auch mixed-media. In der Grafik das Vermischen verschiedener technischer Verfahren auf einer Druckform.
 
Monotypie
Die Monotypie gehört zu den Flachdruckverfahren. Bei Monotypien handelt es sich immer um Unikate, von denen keine Auflage existiert.
In der Regel werden Metall- oder Glasplatten verwendet. Solange die Farbe noch feucht ist wird mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Monotypien haben, wenn sie in einer Kupferdruckpresse abgezogen werden, einen Plattenrand.
 
Original / Originalgrafik
Eine Originalgrafik entsteht wenn der Künstler die Bildidee selbst entwickelt hat und die Herstellung durch den Künstler erfolgt ist. Werkstattkünstler dürfen ihn dabei in technischer Weise unterstützen. Des weiteren muss eine Auflagenhöhe (Limitierung) festgelegt werden und die Arbeiten handsigniert sein.
 
P.A. (Probedruck)
Siehe Auflage.
 

Papier
Die ersten Papiere entstanden aus zerrupften Leinenresten die gebleicht und mit Wasser zu einem Brei vermengt wurden. Mit dem Sieb wurden die Fasern geschöpft und anschließend gepresst und getrocknet. Das Sieb bestimmte die Größe des Papieres, welches an den Rändern dünner wurde (Büttenrand). Die Struktur des Siebes bestimmte die Rippung und eingebrachte Zeichen ergaben Hinweise auf die Produktionsstätten (Wasserzeichen).
Später wurde die Papiergewinnung durch gewässertes und gemahlenes Holz entdeckt. In Kombination mit Gräsern wurde Zellulose gewonnen und als Grundstoff verarbeitet. Für grafische Techniken werden bevorzugt Papiere mit langen Fasern verwendet wie Hadern- oder Japanpapiere.
 
Papierformate
Früher ergaben sich die Maße aus der Größe des Schöpfrahmens. Heute sind Papierformate weitgehend nach folgenden DIN-Reihen standardisiert:
A (841 mm zu 1189 mm, Flächeninhalt = 1m²),
B (1000 mm zu 1414 mm)
C (917 mm zu 1297 mm)
D (771 mm zu 1090 mm).
Durch fortgesetztes Halbieren der Grundformate ergeben sich die Teilformate. Die Bezeichnung A4 besagt demzufolge, dass das Grundformat A0 viermal halbiert worden ist und der (Viertel-) Bogen mithin 210 mm zu 297 mm misst.
 
Papierschablonendruck
Abdruck von mit Druckfarbe eingewalzten Papier- oder Kartonschablonen.
 
Passer
Markierungen beim Druck von mehrfarbiger Grafik, damit die einzelnen Farbplatten genau aufeinander drucken und keine Randungenauigkeiten auftreten. Passerzeichen können Löcher (Radierung), Nadelpünktchen oder Kreuze (Lithographie, Offset, Siebdruck) sein.
 
Plattenton
Der Plattenton entsteht durch das Mitdrucken der nicht ganz farbfreien Plattenoberfläche bei Tiefdruckverfahren. Der Plattenton ist ein feiner Ton, der durch unvollständiges Abwischen der Druckfarbe (Wischton, auswischen per Hand: Handton) von Radierplatten entstanden ist.
 
Poupee
Mehrfarbiger Druck einer Radierung von einer einzigen Platte.
 
P.P. (engl. Printer's Proof)
Siehe Auflage.
 
Prägedruck
Auch Reliefprägedruck. Ein in der Regel ohne Druckfarbe auf der Handpresse ausgeführter Druck von tief gravierten oder geätzten Gegenständen (auch Naturmaterial), durch welche ein reliefartiges Druckbild entsteht.
 
Punktiermanier
Die bildliche Darstellung ergibt sich nicht aus Linien oder Flächen, sondern aus Punkten, nämlich aus ihrer unterschiedlichen Stärke und Dichte (im Tiefdruck zusätzlich von Bedeutung - Tiefe und Breite der Eingrabung). Die Punktmanier ist heute selten oder wird in kombinierter Form gebraucht. Punktmanier im Tiefdruck heißt Punzenstich.
 
Punzenstich
Siehe Punktmanier.
 
Radierung
Die Radierung gehört zu den Tiefdruckverfahren und ist eine Weiterentwicklung des Kupferstichs. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten der Radierung. Zum einen die Kaltnadelradierung, bei der die Zeichnung mit der Radiernadel eingeprägt wird und zum anderen die Ätzradierung, bei der die Zeichnung eingeätzt wird (Strichätzung). Die Radierplatte wird dabei mit einem säurefesten Grund (Harz, Wachs oder Asphalt) überzogen. In dieser wird mit der Radiernadel gezeichnet. Anschließend wird die Platte in ein Säurebad (Salpeter oder Eisenchlorid) gelegt. Nach dem Entfernen des Ätzgrundes kann die Platte eingefärbt und gedruckt werden.
 
Grafik links:
Johann Nußbächer
o.T., 1995
Radierung

Reibedruck
Beim Reibedruck wird das Papier auf den eingefärbten Druckstock gelegt und durch reiben von Hand abgedruckt.
 





Schabkunst
Siehe Mezzotinto.
 
Serigrafien
Siehe Siebdruck.
 
Signatur
Die Signatur ist die Unterschrift, das Monogramm oder das Zeichen des Urhebers (Künstler, Drucker etc.) und bezeugt, dass die Druckplatte, deren Vorlage oder die Zeichnung von ihm selbst angefertigt wurde.
 
Siderographie
Siehe Stahlstich.
 
Siebdruck
Der Siebdruck gehört zu den Durchdruckverfahren, bei dem auf ein gespanntes Sieb, eine Schablone der Zeichnung aufgebracht wird, die die nicht Farbe tragenden Teile abdeckt. Der Druck erfolgt, in dem Farbe durch den offenen Teil des Siebes gedrückt wird. Die Abzüge nennt man Serigrafien.

Grafik rechts:
Paul Kunofski
Schwimmer, 2009
Siendruck


Stahlstich
Der Stahlstich, auch Siderographie genannt, ist ein Tiefdruckverfahren in der Nachfolge des Kupferstichs. Die Zeichnung wird mit dem Stichel in eine enthärtete Stahlplatte graviert oder auch - wie bei der Radierung - geätzt. Im Stahlstich sind engere und auch zartere Linien möglich als im Kupferstich, er erreicht aber nicht die satte Tiefe des Kupferstichs.
 
Steindruck
Siehe Lithografie.
 
Stempeldruck
Hochdruck mit Handstempeln.
 
Stichel
Grabwerkzeug des Kupferstechers.
 
Strichätzung
Siehe Radierung.
 
Tiefdruck
Als Tiefdruck werden alle Verfahren bezeichnet, bei denen die Farbe in den Vertiefungen sitzt. Die Oberfläche bleibt frei von Farbe.
Zu den Tiefdruckverfahren gehören Kupferstich, Kaltnadel, Mezzotinto, Punktierstich und der Stahlstich, die auch als Stichverfahren bzw. trockene Verfahren bezeichnet werden. Ätzverfahren sind: Radierung, Aquatinta, Crayon-Manier und Vernis mou.
 
Unikat
Ein Unikat ist ein Druck der nur in einem Exemplar existiert.
 
Vernis mou
Zählt zu den Tiefdruckverfahren. Die Metallplatte wird mit einem weichen Ätzgrund eingerollt und mit einem Papier abgedeckt, auf das dann gezeichnet werden kann. Der Ätzgrund bleibt an den gezeichneten Stellen an dem Papier haften. Die Platte kann danach sofort geätzt werden. Die Vernis mou ist der Zeichnung sehr ähnlich da die Platte nicht gestochen oder geritzt werden muß.

 
Grafik rechts:
Milena Aguilar
o.T., 2010
Strichätzung, Vernis Mou, Kaltnadel

Wasserzeichen
Siehe Papier.
 

Weißdruck
Abdruck des weiß eingefärbten Holzstocks auf schwarzem Papier.
 
Zinkätzung
Die Zinkätzung gehört zu den Hochdruckverfahren. Die Zeichnung wird mit Asphaltlack auf die Zinkplatte gebracht und diese nach dem Trocknen in verdünnte Salpetersäure gelegt, wodurch alle Partien weggeätzt werden, die nicht drucken sollen.
 
Zustandsdruck
Siehe Probeabdruck.
 
Zyklus
Eine in sich geschlossene und gedanklich-konzeptionell zusammenhängende Folge von grafischen Blättern.
 
Quellen
- Birkhofer, G. (1996): Tiefdruck, Ravensburg, 157 S.
- Hanebutt-Benz, E.-M. & I. Fehle 2009 (Hrsg.): Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer zu arbeiten - Technik und Entwicklung des Mezzotintos, Berlin, München, 227 S.
- Koschatzky, W. (1999): Die Kunst der Grafik - Technik, Geschichte, Meisterwerke, München, 264 S.
- Lenkungskreis des Arbeitskreises der Leiterinnen und Leiter der Graphischen Sammlungen in Nordrhein-Westfalen anlässlich des Jahres der  Graphik 2009 (Hrsg.): Graphische Sammlungen in Nordrhein-Westfalen, Goch, 320 S.
- Wolfsturm, H.-J. & H. Burkhardt (2007): Hochdruck, Stuttgart, 158 S.
- Zeidler, J. (2008): Lithographie und Steindruck, Stuttgart, 128 S.