Geschichte zur Druckgrafik
Erste Anfänge der Druckgrafik sind im späten 14. Jahrhundert zu verzeichnen. Im 15. Jahrhundert kam sie dann verstärkt in Gebrauch, wobei sie sich vollends zu Beginn des 16. Jahrhunderts etablierte, als Künstler wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder Hans Burgkmair ein reiches Œuvre an Holzschnitten und Kupferstichen schufen.
Waren der Holzschnitt und Kupferstich im gesamten 16. Jahrhundert die dominierende Form druckgraphischen Ausdruck, so beginnt die eigentliche Blütezeit der Druckgrafik als autonome künstlerische Gattung mit der Radierung im 17. Jahrhundert.
Erstmals ließen sich identische Bilder schnell und in großer Zahl verbreiten. So wurde von der Druckgrafik als demokratischste aller Gattungen der bildenden Kunst gesprochen. So ließ die Indienstnahme für außerkünstlerische Zwecke wie Politik, Geographie, Medizin usw. auch nicht lange auf sich warten, bis sie von den Medien Fotografie und Film abgelöst wurde.
Bis zum Beginn der Moderne gab es kaum Bestrebungen zwischen künstlerischer Druckgrafik und Gebrauchsgrafik zu unterscheiden. Dies änderte sich im frühen 19. Jahrhundert, als das Verlags- und Pressewesen ebenso wie der Bereich kommerzieller Reklame einen enormen Aufstieg erlebte. Die Produktion von Massengraphiken bewirkte in den Kreisen von Sammlern und Kunstkennern das Bedürfnis den Bereich der künstlerischen Druckgrafik von dem kommerziellen der Gebrauchsgrafik zu unterscheiden. Die Limitierung auf kleine Auflagen war dabei eine Neuerung, die den Marktwert regulierte und bis heute Bestand hat. Sie stellt für den Sammler / Kunstinteressierten eine solide Kaufentscheidung dar.

 
Weiterführende Literatur zur Kunstgeschichte der Druckgrafik. Wir empfehlen:

- Burg, Tobias (2009): Das sammeln von Grafik – Ein kurzer Blick auf eine lange Geschichte (S. 14 – 20). In: Graphische Sammlungen in Nordrhein-Westfalen, Lenkungskreis des Arbeitskreises der Leiterinnen und Leiter der Graphischen Sammlungen in Nordrhein-Westfalen anlässlich des Jahres der Graphik 2009 (Hrsg.), 320 S.
- Koschatzky, Walter (1999): Die Kunst der Graphik – Technik, Geschichte, Meisterwerke. 264 S.
- Märker, Peter (2009): Die Stellung der Zeichnung in der Geschichte der Kunst (S. 21 – 27). In: Graphische Sammlungen in Nordrhein-Westfalen, Lenkungskreis des Arbeitskreises der Leiterinnen und Leiter der Graphischen Sammlungen in Nordrhein-Westfalen anlässlich des Jahres der Graphik 2009 (Hrsg.), 320 S.
- Zeising, Andreas (2009): Zunehmende Vervielfältigung – Zum Stellenwert der Druckgrafik in sechs Jahrhunderten (S. 30 – 37). In: Graphische Sammlungen in Nordrhein-Westfalen, Lenkungskreis des Arbeitskreises der Leiterinnen und Leiter der Graphischen Sammlungen in Nordrhein-Westfalen anlässlich des Jahres der Graphik 2009 (Hrsg.), 320 S.